7 Dinge, die du als Blogger über PR Agenturen wissen solltest

Worauf achten Agenturen bei der Zusammenarbeit mit Bloggern?

Im Sommer habe ich ein dreimonatiges Praktikum in einer Berliner PR Agentur gemacht - natürlich im Bereich Fashion. Diese Zeit war super spannend für mich und die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Für mich als Blogger war es aber noch einmal besonders interessant diese ganze Welt von der anderen Seite kennenzulernen und so konnte ich für die Arbeit an meinem Blog einiges mitnehmen. Meine Erkenntnisse und einen kleinen Einblick hinter die Kulissen der Mode-PR gibt es jetzt.

1. Instagram über allem - Wie werde ich Influencer?


Wie ich schon im Beitrag "Ist der Blog tot?" geschrieben habe, wird Instagram momentan über alles gestellt. Mit reinen Bloggern wird kaum noch zusammengearbeitet, es sei denn sie haben auch viele Follower bei Instagram. Ein Grund, warum ich gerade versuche mehr Arbeit auf meinen Social Media Kanäle zulegen und auf dem Blog weniger, aber dafür ausführlichere und qualitativ höhere Beiträge zu produzieren. Ein Influencer kann mit ein paar schönen Bildern mittlerweile Jeder werden. Ein Blog ist dann schon etwas mehr Arbeit.



2. Wie viele Follower brauche ich bei Instagram, damit ich mit Agenturen und Marken zusammenarbeiten kann?


Die Frage, die sich bestimmt jeder stellt. Schon allein im Internet findet man zig verschiedene Definitionen, ab wann ein Influencer ein Influencer ist. Wie viele Follower man für eine Kooperation braucht hängt natürlich vom Projekt ab. Man kann aber schon sagen, dass alles unter 10k so gut wie nicht beachtet wird. Außnahmen gibt es natürlich immer, vor allem, wenn der Influencer wirklich gut zur Marke passt, guten Content produziert und eine gute Interaktionsrate hat. Gleichzeitig ist aber auch nach oben hin kein Limit gesetzt. Oft sind die ganz großen Profile aber zu teuer und man setzt auf die Kooperation mit mehreren Kleineren. Mein Eindruck ist: Wenn man im Moment 20-50k hat, hat man bereits ziemlich gute Chancen.

3. Wie werden Agenturen auf Blogger aufmerksam?


Viele Agenturen habe Bloggerdatenbanken. Diese werden gefüllt durch eigene Recherche (was übrigens ein schöner Praktikantenjob ist) und dem, was täglich so an E-Mailanfragen reinkommt. 
Bei der eigenen Recherche ist die Hauptquelle erst einmal Instagram. Meist geht man von Leuten aus, die man schon kennt und schaut sich dann ähnliche Profile an, die einem durch die Vorschläge angezeigt werden. Manchmal sucht man z.B. für Events aber auch gezielt nach Orten. Hat eine Kooperation mit einem Influencer gut geklappt, kommt man aber auch gern wieder auf ihn zurück, so dass man nicht immer eine aufwendige Suche betreiben muss.

4. Worauf achten Agenturen/ Marken bei der Wahl von Influencern?


Auf den Aspekt der Follower bin ich oben bereits eingegangen. Dazu kommt eine ansprechende Bildsprache und der allgemeine Gesamteindruck. Die Interaktionsrate (Verhältnis von Followern, Likes und Kommentaren) ist besonders wichtig, so dass die Meisten auch nicht mehr auf gekaufte Follower hinein fallen. Ansonsten schaut man, dass der Influencer zur Marke passt und in letzter Zeit noch nicht mit einem Konkurrenzanbieter zusammengearbeitet hat.

5. Wie schreibe ich ein Unternehmen/ eine Agentur an, um nach einer Kooperation zu fragen?


Wir haben täglich Anfragen von Influencern bekommen, die mich teilweise echt amüsiert haben. Da wurde der CEO direkt angesprochen oder erzählt wie toll man Marke xy findet, die aber schon seit drei Jahren nicht mehr von der Agentur vertreten wird. Deshalb: wenn ihr nach Kooperationen fragt, informiert euch vorher gut über das Unternehmen. Dann genügt eine kurze Vorstellung und wichtig: euer Media Kit.

6. Modemagazine sind zu 90% Werbung


Wenn ihr es noch nicht wusstet, werde ich euch jetzt die große Illusion der Modemagazine nehmen. Fast jedes einzelne Bild eines Kleidungsstücks/ Accessoieres/ Beautyartikels (wir kennen alle die Instyleseiten, die voller Inspirationen sind) ist Arbeit der PR. Magazine stellen sogennante Freistelleranfragen an die Agenturen zu einem bestimmten Thema, die dann passende Bildvorschläge ihrer Kunden schicken. Wenn man Glück hat, hat man so sein Produkt kostenlos im Magazin platziert. Auch die Kleidung der Modestrecken besteht natürlich zu 100% Samplestücken, die ebenfalls von den Agenturen bereitgestellt werden.

7. Nichts geht über Kontakte


Das allerwichtigste ist aber: ohne Kontakte hast du geringere Chancen. In der Szene kennt man sich und ich habe Stylisten, Blogger, Youtuber, Influencer, Redakteure und PR-Leute getroffen und mit ihnen über ihre Erfahrungen geredet. Als Blogger heißt das also: Kontakte mit den PR-Verantwortlichen und Kollegen gut zupflegen, denn man weiß nie, was in der Zukunft noch kommen wird!

10 comments

  1. I always carry around business cards!

    xoxo,
    Emma
    http://petitemaisonoffashion.blogspot.com/ ♥

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  2. Das Praktikum hört sich echt sehr spannend an ;). Und auch die Tipps finde ich toll, wobei ich schade finde, dass sich alles mehr auf Instagram verlagert. Wie du schon geschrieben hast: Ein Blog ist dann doch mehr arbeit und da steckt in meinen Augen auch mehr Persönlichkeit dahinter. Wäre also echt schade, wenn Blogs auf lange Zeit gesehen aussterben und von Instagram verdrängt werden, gerade weil dort alles so oberflächlich ist. Aber klar, dass die Firmen da im Moment eher den Fokus drauf haben, denn es geht ja auch darum die meiste Aufmerksamkeit für das Produkt zu erhalten und das passiert derzeit einfach über Instagram.

    Ich stecke in meinen Feed zwar auch mehr Arbeit, aber trete da leider auf der Stelle, was mich zunehmend nervt.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Dankeschön, ja London war echt mein Highlight, da ich dort ja schon länger hinwollte <3. "The Handmaid's Tale" ist auch verdammt schockierend, ich sitze echt immer mit offenem Mund da und die Serie lässt einem auch nach dem Anschauen nicht so leicht los. Ein Grund, weshalb die auch erst ab 16 freigegeben ist, weil man doch sehr krasse Szenen sieht.

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  3. Ich habe während meines Praktikums im Marketing eines Luxuslabels auch mitbekommen, wie "gekauft" Zeitschriften sind und dass dort auch im Prinzip alles Werbung ist. Und da machen sie um die Kennzeichnung von Influencer-Inhalten so einen Wirbel...Es ist irgendwie schon schade, dass sich alles zu Instagram verlagert. Trotzdem werde ich meinen Blog nicht aufgeben, aber wie du auch sagst, stecke ich zunehmend mehr Zeit in meine Social Media Kanäle.
    Liebe Grüße ♡Kristina
    TheKontemporary

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  4. Sehr schöner und interessanter Post! Punkt 6 ist mir auch schon aufgefallen, wirklich übel...

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

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  5. Sehr interessanter Post !
    Das mit den Modemagazinen ist wirklich schade !
    Liebste Grüße Lea

    www.estilo-bylea.com

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  6. Liebe Sarah, auch wenn ich ja bekanntlich nicht zu den Bloggern gehöre, die Instagram haben oder denen es wichtig ist "berühmt" zu werden, fand ich es doch sehr spannend. Sehr interessant zu lesen, wie es auf der anderen Seite abläuft :) Liebe Grüße

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  7. Das ist aber ein wirklich sehr schöner Einblick hinter die Kulissen bei der Arbeit mit PR-Agenturen. Trotzdem finde ich es irgendwie schade, dass das Blog-Format nicht mehr so gefragt ist, weil, wie du auch erwähnt hast, dass eben noch einmal eine ganz andere Arbeit als nur Instagram ist. ;)

    Ganz liebe Grüße
    Kathleen
    www.kathleensdream.de

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  8. Hallo meine Liebe;)
    Das ist alles sehr interessant, danke dass Du uns einen kleinen Einblick gegeben hast🙂

    Lg
    Isa
    www.label-love.eu

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  9. Oh, das war sicher super interessant. Ich denke, dass man nach einem Praktikum ganz sicher mehr Verständnis für viele Dinge hat.
    Da mein Papi in der Werbebranche arbeitet, war ich was Magazine angeht, schon "aufgeklärt". Bei Produkten, die vorgestellt werden, findet man meist ein paar Seiten weiter dann die große Werbeanzeige. ;) Aber das ist ja auf den professionellen Blogs bzw. Insta-Accounts inzwischen genauso. Und ich finde es manchmal etwas befremdlich wie die Werbung platziert ist. Bei einer Zeitung gibt es ja immer mehrere Redakteure und unterschiedliche Sichten, während es beim Influencer immer ein und dieselbe Person ist.
    Ich habe überhaupt nichts gegen gut gemachte Werbung, aber einfach nur ein Produkt in die Kamera zu halten, hat mich persönlich wirklich noch nie dazu gebracht etwas zu kaufen oder überhaupt in Erwägung zu ziehen. Insofern finde ich ehrliche Blogbeiträge mit Persönlichkeit immer noch überzeugender.
    Danke also für deinen ausführlichen Post.
    LG Charli von https://frischgelesen.de

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  10. I don't understand what you wrote in this post, but i love this look! :)
    xoxo

    www.sorananistor.com

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