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Reiseabsage wegen Corona | Die Welt steht Kopf

Ich sehe mich selbst noch Anfang Januar mit meinem Laptop auf dem Bett sitzen. Ich war gerade von der Uni gekommen und las von der Corona-Epidemie, die sich immer schneller auszubreiten begann. Mir lief ein Schauer über den Rücken, denn sofort hatte ich die verschiedensten Geschichten aus Dystopie-Romanen im Kopf. Doch niemals hätte ich geglaubt, dass nur zwei Monate später auch hier bei uns in Deutschland das ganze Leben Kopf stehen würde.

Eigentlich sollte das ein Beitrag über das Reisen während der Corona-Zeit werden, aber da sich in den letzten Tagen so viel für mich durch das Virus geändert hat, wird es jetzt doch ein ziemlich wilder Blogpost ohne konkreten Fokus. Man kann es so zusammen fassen: Ich bin sauer. Und enttäuscht. Darüber, wie ein Virus so schnell zu einer weltweiten Pandemie werden konnte und ganze Städte lahmlegt.

Ich habe viele Freunde in den betroffenen Regionen in Italien, die immer wieder dazu aufrufen, dass die Menschen endlich zu Hause bleiben und auf ihren gewohnten Tagesrhytmus verzichten. Während wir vor ein paar Wochen noch kaum etwas von Corona gespürt haben, hat das Virus es jetzt innerhalb einer Woche geschafft, auch meine kompletten Pläne über den Haufen zu werfen. 

Absage der Leipziger Buchmesse 2020


Angefangen mit der Leipziger Buchmesse, auf die ich mich seit Monaten freue, da ich dieses Mal ganz offiziell das erste Mal als Buchblogger dabei gewesen wäre. Während die Absage für mich zwar traurig ist, aber keine weiteren Konsequenzen hat, sieht es bei vielen kleinen Verlagen und Unternehmen anders aus. Die Absage bringt sie an ihre finanziellen Grenzen und junge, neue und unbekanntere Autoren, erhalten nicht die Plattform, die sie verdienen würden. Hilfsaktionen wie der Hashtag #Bücherhamstern auf Twitter sind da natürlich nur ein kleiner Trost. Auch, wenn Verlage versuchen, ihre Vorstellungen nun ins Internet zu verlegen, wird die erreichte Zielgruppe um ein vielfaches kleiner sein.

Absage meiner USA-Reise: Was nun?


Am schlimmsten selbst getroffen, hat es mich jetzt mit meiner geplanten USA Reise. Wer mir auf Instagram folgt, hat mein kurzes Statement da vielleicht bereits mitbekommen. Ich hätte drei Wochen lang an einem Austauschprogramm teilnehmen sollen, in dem ich eine Woche in NYC und Washington D.C. Fernsehstudios und Radiosender besucht hätte, mit Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern gesprochen und die Städte erkundet hätte. Danach hätte ich zwei Wochen an einer Universität in Texas studiert. 

Eine Riesenchance und Möglichkeit, die nun gestern ins Wasser gefallen ist. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie enttäuscht ich bin, denn seit Monaten bereite ich mich auf die Reise vor. Auch das Team der Organisation, die dieses Stipendium anbietet, hat so viel Arbeit reingesteckt. Statt also meine Koffer zu packen, schlage ich mich nun mit Flugstornierungen herum, die bisher aber an dem überlasteten Hotlines scheitern. Für mich entstehen zwar keine zusätzlichen Kosten, aber der Ärger bleibt natürlich. Dass Trump jetzt die Einreise für Europäer verbietet, mag für die einen mal wieder zu drastisch erscheinen, ist für mich aber gerade der Jackpot, da ich nun ohne Probleme das Geld wiederbekommen sollte.

Trotzdem bin einfach nur wütend. Wütend auf einen Virus, den niemand geschafft hat rechtzeitig zu stoppen.


Was bringen die kommenden Wochen? Wohl erst mal keine Uni...


Vergangene Woche habe ich Urlaub auf Malta gemacht. Schon am Flughafen trugen viele Reisende einen Mundschutz, was auf eine gewisse Art und Weise ziemlich apokalyptisch aussah. Sofort bekam auch ich das Bedürfnis, meine Hände unnormal oft zu waschen oder zu desinfizieren. Angst steckt an. Schneller als es ein Virus kann. Während in Deutschland keine Überprüfungen am Flughafen stattfanden, durchleuchtete man uns bei der Ankunft in Malta mit einer Wärmebildkamera auf erhöhte Temperatur. Wie viel das Ganze im Kampf gegen Corona bringt, ist bei einer Inkubationszeit von mehr als 5 Tagen natürlich fraglich. Aber zumindest scheint es für Beruhigung zu sorgen.

Mittlerweile wurden auch in meiner Umgebung konkrete Maßnahmen ergriffen. Schulen und Unis bleiben in Halle erst einmal geschlossen und auch alle öffentlichen Veranstaltungen werden abgesagt. In Leipzig wird der Semesterstart um einen Monat nach hinten verschoben.

Wie es jetzt mit meiner USA Reise weiter geht ist übrigens noch nicht klar. Es steht im Raum, dass das Programm zu einem späteren Datum nachgeholt werden kann, aber noch ist nichts entschieden. Im April stehen bei mir dann übrigens auch noch zwei größere Konzerte auf dem Plan. Meine Hoffnung, dass die regulär stattfinden können, sinkt aber mit jedem Tag.

Während die einen also Panik schieben, tun die anderen Corona als Hysterie ab. Ja, für uns junge gesunde Menschen ist es auch nicht gefährlich - für andere aber schon. In Italien herrscht bereits komplett Quarantäne. Das wollen wir hier auf keinen Fall, also tut bitte alles, um das zu verhindern und nehmt die Situation ernst. Heißt: Hände waschen, wenn ihr krank seid, zu Hause bleiben, große Menschenmengen vermeiden, aber bloß keine Panik schieben. 

Inwieweit bekommt ihr die Auswirkungen von Corona zu spüren?




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13 comments

  1. Hallo liebe Sarah,
    ich musste tatsächlich auch schon an diverse Dystopien und Endzeitromane denken ;o) Ich kann sehr gut verstehen, dass du frustriert und traurig bist, was die Reise in die USA angeht. Gerade, weil du dich auch schon so darauf gefreut hattest. Ein Trost ist immerhin, dass du die Kosten zurückbekommen wirst.
    Auch bei uns im Umkreis sollen die Schulen nun schließen. Ich denke die Auswirkungen von Corona werden uns nach und nach noch alle treffen. Gerade aus wirtschaftlicher Sicht, ist der Virus eine Katastrophe. Natürlich sind die Menschen auch verunsichert. Schlimm ist es natürlich, wenn Panik ausbricht.
    Das ist schon sehr krass, wie sich von einem Tag auf den anderen so etwas entwickeln kann. An einem Tag ist noch alles normal und dann geschieht etwas, was die ganze Welt in Atem hält.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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  2. Liebe Sarah, das Corona-Virus beherrscht zurzeit ja alle Medien und ich denke, durch diese ständige Präsenz wird die Angst, die Unsicherheit und vielleicht auch die Panik vieler Menschen noch größer. Es sollte doch auch bereits aus den Grippezeiten jedem klar und verständlich sein, wie wichtig das Händewaschen ist und dass der Aufenthalt in großen Menschenmengen die Ansteckungsgefahr vervielfacht. Was mich am Verhalten der Menschen hier auch besonders schockiert, sind diese Hamsterkäufe und die Diebstähle in den Krankenhäusern. Ich kann es einfach nicht fassen, dass die Desinfektionsmittel in den Spitälern aus den Halterungen gerissen werden und daneben auch das Bodenreinigungsmittel entwendet wird. Ein Familienmitglied von uns befindet sich schon seit Längerem berufsbedingt in Japan, ein anderes war im Jänner in Hongkong und da ist bei uns die Welt ohnehin schon kleiner. Eigentlich soll/sollte es Anfang Mai deshalb nach Japan gehen – doch analog zu deiner USA-Reise habe ich dies vorerst mal auf Eis gelegt und plane gegebenenfalls einen Schnellschuss, falls sich die Situation bis dahin beruhigt hat.
    Hab trotz allem einen schönen Abend und alles Liebe

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  3. Japp. Alles ziemlich übel. Mein Sohn ist an der Uni hier in MUC und hätte gestern seine Matheprüfung nachschreiben müssen. Müssen. Auf unbestimmte Zeit verschoben.
    Uni zu, Schulen zu. Und was machen die "Erwachsenen"? Wir sitzen am Tag 2,5h in den Öffentlichen um an unseren Arbeitsplatz zu kommen. Was sollten wir auch sonst machen? Als Vorgesetzte eines IT-Teams der Stadt bin ich von Corona dienstlich betroffen und halte mich in vielen "Runden" auf. Home-Office ist da leider nicht gefragt.
    Letztlich läuft alles so weiter wie gehabt. Ich wollte nach Ostern auf den Peloponnes. Keine Ahnung wie sich das entwickelt. Ich bin (noch) positiv gestimmt.
    BG und bleib gesund
    Sunny

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  4. Es ist schon erschreckend, welche Ausmaße das mittlerweile annimmt. Zumindest bleibst Du nicht auf den Kosten für die USA-Reise sitzen. Das ist alles sehr ärgerlich. Ich weiß noch nicht, ob wir Anfang Mai wie geplant nach Polen reisen. Manche Länder machen ja kurzfristig die Grenzen dicht. Außerdem müssen wir vorab noch unsere Katze in einem "Hotel" unterbringen. Im Zweifelsfall wird die Reise verschoben.

    Liebe Grüße Sabine

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  5. Hallo liebe Sarah, in meiner Umgebung tut sich diesbezüglich praktisch stündlich etwas ... Halten wir zusammen!
    xx Rena
    www.dressedwithsoul.com


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  6. Dass, das Virus nicht aufgehalten werden konnte liegt auch daran, dass viele nicht ihre normalen Tätigkeiten aufgeben wollten. Und auch jetzt nicht aufgeben wollen. Hätte man die Situation etwas ernster genommen wäre es vielleicht nicht so schlimm. Ich habe auch 2 Reisen geplant(Ende April und Anfang Mai) - ob ich sie noch antreten kann...wir werden sehen. Die Situation ändert sich stündlich...irgendwann wird es vorbei sein. Das wichtigste ist, dass wir die Maßnahmen befolgen und die Risikogruppen beschützen.
    LG, Diana

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    Replies
    1. PS: das mit deiner USA Reise tut mir leid. Hoffentlich kannst du das an einem späteren Zeitpunkt wenn sich alles beruhigt hat nachhohen.

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  7. Your outfit is amazing. I love your jacket so much. Stay safe.

    New Post - https://www.exclusivebeautydiary.com/2020/03/dior-hydra-life-fresh-hydration-sorbet_15.html

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  8. Liebe Sarah, ich hatte tatsächlich ganz ähnliche Assoziationen, man denkt, man ist in einem falschen Film gelandet, steckt mitten in einem dystopischen Roman, aber leider ist es einfach Realität. Bei uns in Österreich wurden mittlerweile sehr drastische Maßnahmen gesetzt, wir dürfen nur noch um LM zu kaufen und für kurze Spaziergänge das Haus verlassen, müssen Abstand halten, aber ich finde das absolut richtig und wichtig, nur so kann man dem Virus etwas entgegensetzen. Ich selber gehe mit der Situation sehr gut um, bin absolut krisenfest und glaube immer, dass alles gut ausgehen wird, aber es sind trotzdem verunsichernde Zeiten, weil niemand absehen kann, wie lange es andauern wird. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie schlimm es war, diese Reise canceln zu müssen, aber Gesundheit geht immer vor und wie gesagt, wir werden unser "altes" Leben irgendwann zurückbekommen und vielleicht wissen wir dann mehr zu schätzen, was Freiheit überhaupt bedeutet. Pass gut auf dich auf, alles, alles Liebe, x S.Mirli
    https://www.mirlime.at

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  9. I feel like we just have to adjust to these changes. I hope you'll get the chance to visit usa even after the virus is gone.

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  10. Liebe Sarah,
    dich hat Corona auch ganz schön zurückgeworfen mit deinen Plänen! Ich hoffe, du kannst dieser Zeit dennoch etwas Positives abgewinnen. Wir wären übrigens ab 26. März ebenfalls auf Reisen gegangen und haben zuvor noch ein Konzert und verschiedene tolle Treffen bzw. Komparsen-Aufträge wegen Corona versäumt, aber trotzdem fühle ich mich bisher ziemlich wohl in dieser "von oben verordneten Phase des Innehaltens".
    In meinem Blog geht's aktuell auch um das Thema und darum, wie man die Zeit möglichst gut nützen kann (inkl. passendem Buchtipp ;-))
    Liebste Rostrosengrüße im Corona-Frühling 2020 - bleib gesund!
    Herzlichst, Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/03/corona-extra-1-die-stade-zeit-wird.html

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  11. Dass mit deiner USA Reise tut mir leid, das ist natürlich ärgerlich, vor allem wenn noch nicht feststeht, ob das Programm nachgeholt werden kann. Ich drücke dir dahingehend die Daumen ;).

    Ansonsten spürt glaube ich mittlerweile jeder die Auswirkungen, bei uns in Bayern gibt es ja auch Ausgangsbeschränkungen, die Uni hatte schon Anfang des Monats bei mir einiges abgesagt, jetzt sind schon etwas länger alle Universitäten geschlossen, der Besucherverkehr ist auch eingestellt. Ich bin dahingehend nur froh, dass im gleichen Zug nun auch die Abgabefristen für Hausarbeiten verlängert wurden. Habe nämlich auch ein umfangreiches Forschungsprojekt, das ich mit zwei anderen Kommilitonen schreibe und treffen ist natürlich gerade schwierig bzw. nicht mehr möglich. Ansonsten ist es natürlich auch ungewohnt Freunde so lange nicht mehr zu sehen. Ich bin gerade echt dankbar noch zuhause zu wohnen und zumindest mit meinen Eltern plaudern zu können. Langgeplante Treffen zum einen mit einer bloggerin, zum anderen mit einer ehemaligen Arbeitskollegin musste ich nun auch verschieben :/. Ist zwar schade, aber ich verstehe wieso die Regeln erlassen wurde. Aktuell ist es einfach wichtig, dass man die Ausbreitung verhindert, denn auch wenn junge Menschen das Virus überleben, jeder von uns kennt Personen aus der Risikogruppe.

    Dankeschön für das liebe Kompliment Sarah,
    die Serie ist echt klasse. Ich kann sie dir wirklich nur empfehlen. Plane auch dazu eine Rezension zu schreiben, denn ich glaube so bekannt ist die hierzulande gar nicht, obwohl man sie ganz einfach via Starzplay oder Staffelpass oder DVD schauen kann.

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